In diesem Artikel, der noch erheblicher Erweiterungen bedarf, werden die verschiedenen Anlagemöglichkeiten aufgezeigt. Begonnen werden soll der Artikel mit einem beliebten Anlageinstrument, das immer als besonders angesehen werden durfte und den Anleger mit einem stetigen Ertrag erfreute. Es handelt sich um die Festzins-Anlage, deren Ertrag gegen NULL tendiert und keine rechte Freude mehr bereiten will. In diesem Beitrag wird daher die Frage erörtert, ob es noch eine rentierliche Festzins-Anlage gibt.

  

Wo lohnt die Geldanlage? Teil 1: Die Festzins-Anlage!

Die Investition von freiem Kapital in festverzinsliche Anlageformen, ist die beliebteste Art der Geldanlage. Bei dieser Anlageform spricht man auch von der Festzins-Anlage. Im Jahr 2020 sind nur wenige (eher keine) Festzins-Anlagen rentierlich, weil das Zinsniveau, aufgrund des weltweiten Eingriffs der jeweiligen Zentralbanken, um 0 Prozent schwankt. In einigen Ländern, so auch in Deutschland, müssen Banken Strafzinsen für Guthaben zahlen, die bei den Zentralinstituten hinterlegt werden. Folglich verzinsen Banken die Anlagen ihrer Kunden nur gering und berechnen für Sichteinlagen ebenfalls negative Zinsen. Dabei ist der Zusammenhang keineswegs derart, wie es scheinen mag. Banken verdienen Geld nicht damit, es bei der Zentralbank gut verzinst anzulegen, sondern mit der Kreditvergabe an Unternehmen und Privatpersonen. Gerade negativ verzinste Sichteinlagen der Kunden werden genutzt, um Überziehungen und kurz laufende Kredite zu finanzieren, für die noch immer auskömmliche Kreditzinsen berechnet werden. Die Möglichkeit der Banken, die Sichteinlagen im Wege Giralgeld-Schöpfung gleich mehrfach ausleihen zu können, soll hier nur erwähnt werden. Mit dem Geld der Sparer können Banken also noch immer üppig verdienen. Bankkunden sollten daher für ihre Geldanlage Zinsen bekommen und nicht mit Negativzinsen belastet werden.  

Der Klassiker der Festzins-Anlagen ist sicherlich das Sparbuch, das regionale Banken schon Kindern (Weltspartag) seit Jahrzehnten ans Herz legen. Der Anlageform sind viele Anleger bis ins hohe Alter treu geblieben. Die Flexibilität des Sparbuchs, über ein Teil des Guthabens kann jederzeit ohne Zahlung von Vorschuss-Zinsen verfügt werden, in Verbindung mit dem Buch, in das noch bis in 1980er Jahre die Zinsen manuell eingetragen wurden, sind der unverwechselbare Marken-Kern des geschätzten Anlageproduktes. Trotz der derzeit eher als mickrig zu bezeichnenden Zinsen besteht noch immer Nachfrage nach der Sparform.

Ebenfalls geringe Zinsen sind mit den Festzins-Anlagen Festgeld und Tagesgeld zu erzielen. Diese Anlageform ist bei Anlegern beliebt, die in kurzer Zeit Liquidität aufbauen und turnusmäßig wieder auflösen. Prädestiniert dafür sind zum Beispiel Selbständige und kleinere Betriebe, die während eines laufenden Monats Geld ansammeln, das am Monatsende für Ausgaben wie Löhne, Miete usw. benötigt wird.

Für freie Mittel, die längere Zeit zur Geldanlage bereitstehen, sind folgende Wertpapiere bzw. Anlageformen geeignet: SparbriefAnleihe, Staatsanleihe, Bundesanleihe, Bankschuldverschreibung, Pfandbrief sowie Unternehmens- und Fremdwährungsanleihe. Die Verzinsung der genannten Anlageformen ist aktuell bescheiden und kaum rentierlich. Eine Ausnahme stellen die Unternehmens- und Fremdwährungsanleihe dar, die unter Umständen eine höhere Verzinsung bieten, jedoch mit höheren Risiken verbunden, deshalb fortlaufend zu beobachten sind und sich deshalb nicht als weitgehend risikolose Geldanlage eignen.

Fazit: Inwieweit eine Geldanlage rentierlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab: 1. Der Zinsertrag wird durch die Inflation geschmälert. Bedingt durch die aktuell niedrige Verzinsung von Festzins-Anlagen ist eine negative Verzinsung derzeit die Regel. 2. Auch bei einer rechnerisch negativen Rendite, nach Verrechnung der Inflationsrate, sind die Zinseinnahmen zu versteuern und belasten das Anlageergebnis. 3. Beim Kauf einer Festzins-Anlage mit längerer Laufzeit ist zu berücksichtigen, dass, Festzins hin oder her, ein Kursrisiko besteht, sofern das Kapital vor dem Ende der regulären Laufzeit veräußert werden soll. Sofern sich das Zinsniveau bis zum Verkauf der Festzins-Anlage erhöht hat, fällt der Kurs der Festzins-Anlage entsprechen. Es entsteht folglich ein Kursverlust. Erhöht sich das Zinsniveau um 1 % pro Jahr, entsteht bei einer Festzins-Anlage über EUR 100.000 und einer Restlaufzeit von 3 Jahren ein Kursverlust von EUR 3.000. Beim Kauf einer Festzins-Anlage mit mehrjähriger Laufzeit ist es deshalb sinnvoll zu recherchieren, ob ansteigende Zinsen zu erwarten sind. Den möglichen Kursverlust sollte der Anleger nicht nur als Risiko sondern auch als Chance sehen. Bei steigendem Zinsniveau fällt der Kurs einer Festzins-Anlage. Dadurch bleibt diese aber handelbar und verschafft dem Anleger das gute Gefühl, kurzfristig über Bargeld verfügen zu können.