Versicherung der Einkommensverluste im Zuge einer Berufsunfähigkeit

Der Titel dieses Beitrages ist bewusst sperrig gewählt. Meistens wird die in Rede stehende Versicherung als Berufsunfähigkeitsversicherung tituliert oder als Versicherung gegen Berufsunfähigkeit.
Natürlich wissen wir, dass es keine Versicherung gegen eine Berufsunfähigkeit geben kann und es folglich darum geht, die finanziellen Schäden aus einem wahrscheinlichen eintretenden Einkommensverlust aufzufangen. Was aber bedeutet das genau? Wie lange zahlt die Versicherung eine BU-Rente? Wie hoch wird die BU-Rente ausfallen? Welche Beiträge müssen aufgewendet werden, damit die BU-Rente auskömmlich ist?
Mit diesen Fragen beschäftigen sich viele Arbeitnehmer und Selbständige erst, wenn man Zeit hat, sich um das Thema zu kümmern. Aus der Vergessenheit gelangt die nicht vorhandene BU-Rente nur dann, wenn wieder einmal die Rede von einer Person ist, die ihren Beruf nicht mehr ausüben kann, jedoch finanzielle Verpflichtungen bedienen und eine Familie mit ernähren muss.
Die Wahrscheinlichkeit, von einer Berufsunfähigkeit betroffen zu werden, ist hoch. Der prozentuale Anteil der Personen, die ihren Beruf nicht bis ins Rentenalter ausüben können, variiert je nach Geschlecht und Alter zwischen 29 % und 43 %. Ursächlich sind dafür vor allem um folgende 3 Erkrankungsformen:

  • Beschwerden am Bewegungsapparat
  • Psychische Störungen
  • Krebserkrankungen

Berufsunfähigkeit tritt ein, wenn eine versicherte Person ihren zuletzt ausgeübten Beruf für mindestens 6 Monate nicht ausüben kann, was durch ein ärztliches Attest bestätigt sein muss.

Der Abschluss einer BU-Rente war bis zu einer Änderung im Jahr 2001 für rentenversicherte Arbeitnehmer nicht unbedingt erforderlich. Bis zu diesem Termin gab es praktisch für diesen großen Personenkreis eine gesetzliche Rente, wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden konnte. Diese staatliche BU-Rente wurde durch die Erwerbsminderungsrente, natürlich mit wesentlich schlechteren Leistungen, ersetzt. Insbesondere ist es schwer, eine Erwerbsminderungsrente bewilligt zu bekommen. So reicht es nicht aus in seinen angelernten Beruf nicht mehr arbeiten zu können. Wer als Schreiner nicht mehr arbeiten kann, muss sich nach einer anderweitigen Beschäftigung (Taxifahrer, Pförtner usw.) umsehen. Ob die Tätigkeit allgemein als gleichwertig angesehen und bezahlt wird, spielt keine Rolle. Personen mit Beeinträchtigungen, die noch 6 Stunden pro Tag arbeiten können, erhalten keine Erwerbsminderungsrente. Psychische Beeinträchtigungen werden bei der Erwerbsminderungsrente nicht anerkannt.
Es muss daher festgestellt werden: Personen, deren Gesundheit stark angegriffen ist, haben in Deutschland keine Versorgungssicherheit, sofern keine eigene Vorsorge getroffen wird. Erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen können zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. Damit einher gehen finanzielle Probleme, die eine sicher geglaubte Existenz ruinieren können.