Welche Entwicklungen gibt es bei der klassischen Lebensversicherung

Klassische Lebensversicherungen sind ein bedeutender Faktor der privaten Altersvorsorge. Im Jahr 2017 wurden laut Statista rund 77 Milliarden Euro an die Versicherten ausgeschüttet. Der Anteil der klassischen Lebensversicherung am gesamten Neugeschäft der Versicherungen ist seit vielen Jahren rückläufig. Dafür ausschlaggebend sind die niedrigen Anlagezinsen, die den Versicherungsgesellschaften zu schaffen machen. Der ohnehin mickrige Zinsertrag wird noch um Kosten für die Verwaltung, den Vertrieb und das, mit den Verträgen abgedeckte, Todesfallrisiko geschmälert. Bei den Neuabschlüssen ist der Anteil der Kapitallebensversicherungen von 75 % auf jüngst nur noch 35 % der Versicherungsbranche geschrumpft. Der Gesamtbestand der Lebensversicherungspolicen hat damit um 9 Millionen Verträge abgenommen.

Eine Änderung der Zinslandschaft tut Not, da die private Rentenvorsorge unerlässlich ist. Bisher bot die kapital gebundene Lebensversicherung einen sicheren Hafen für eine auskömmliche Rendite zum Ende der Laufzeit und einen Todesfallschutz für die Familie während der Laufzeit. Diese Kombination aus Vorsorge für die Rente und Absicherung der Familie machte die Kapitallebensversicherung zu einem der beliebtesten Vorsorgeverträge.

Wann steigen die Zinsen wieder

Es stellt sich daher die Frage, ob sich die Europäische Zentralbank dazu durchringen wird und Zinserhöhungen vornimmt. In der Praxis ist die EZB alleine dazu nicht in der Lage, konkurriert der Finanzmarkt mit den weltweiten Finanzmärkten. Die Regierungen der, für die Weltwirtschaft wichtigen Länder, befinden sich in einem Wettstreit um die niedrigsten Zinsen, weil damit die Währungskurse der eigenen Währung niedrig gehalten werden sollen. Eine günstige Währung verschafft günstige Bedingungen für Waren-Exporte. Es kann nicht vorausgesagt werden, wie lange das Spiel der Notenbanken weiter geht, das den Namen trägt: „Ich mach mir die Währung wie sie mir gefällt“.

Macht eine Lebensversicherung noch Sinn

Eine kapital gebundene Lebensversicherung ist ein auf Langfristigkeit ausgelegter Vertrag, der nahezu über die Hälfte der Lebenszeit eines Menschen läuft. Auf eine Veränderung am Zinsmarkt kann deshalb nicht kurzfristig reagiert werden. Im Hinblick auf die dringend erforderliche Vorsorge sollte die klassische Lebensversicherung deshalb nicht als „out“ gebrandmarkt werden. Vielleicht kann über einen privaten Anlage-Mix eine akzeptable Rendite erzielt werden. Die Lösung könnte lauten: Von dem Betrag, der monatlich für die Vorsorge zurückgelegt werden soll, gehen 75 % in eine Lebensversicherung und 25 % in einen Investmentfonds. Da darf es dann auch etwas spekulativer zugehen, wenngleich damit ein höheres Anlagerisiko verbunden ist. Oder soll der Vertrag als auf einem Fonds basieren. Es gibt einige Varianten, die entdeckt werden möchten.

Wo gibt es die beste Lebensversicherung mit dem besten Tarif

Ein Vergleich verschiedener Tarife und Versicherungsgesellschaften ist aufgrund des ungünstigen Zinsumfeldes wichtiger denn je. Auch der Aspekt der vorzeitigen Auflösung des Vertrages sollte vor Vertragsschluss bedacht werden. Es gibt viele Faktoren, die sich außerplanmäßig ergeben, denn ein Lebensversicherungsvertrag wird meist mit einer Laufzeit von mehreren Jahrzehnten abgeschlossen. Jeder zweite Vertrag in Deutschland wird nicht wie geplant bis zum Laufzeitende bespart. Ein großer Teil der Verträge wird vorzeitig gekündigt, ein kleinerer Teil der Verträge läuft beitragsfrei weiter und in geringem Umfang werden Verträge verkauft. Die Versicherungsgesellschaft zahlt den Sparanteil plus, sofern vorhanden, Gewinnanteile zurück. Sie behält von den gezahlten Prämien Abschlussprovisionen, Verwaltungskosten und die rechnerischen Todesfallkosten ein. Die Rückzahlung der gezahlten Prämien ist daher meist mit einem dicken Verlust verbunden. Folgende Überlegungen sollten daher angestellt werden: Wie hoch ist das monatliche Budget für die Lebensversicherungs-Prämie? Ist die Anschaffung einer Immobilie geplant und kann die Lebensversicherungs-Prämie dennoch geleistet werden? Wie lange soll der Sparvorgang laufen? Welche Ziele werden mit dem Abschluss eines Lebensversicherungsvertrages verfolgt und werden diese damit erreicht? Jetzt sind Sie startklar für den Tarifrechner.

Alternative: Die Risikolebensversicherung

Genaugenommen besteht eine Lebensversicherung aus zwei Verträgen. Ein Teil der Versicherungsprämie deckt das Todesfallrisiko ab. Der deutlich größere Teil der Prämie wird angespart und dem Versicherungsnehmer ausgezahlt, sofern der Todesfall nicht während der Laufzeit eintritt. Somit handelt es sich bei der Lebensversicherung um eine Kombination aus einem Sparvertrag mit einer Versicherung des Todesfalls.

Da Versicherungen schon seit längerer Zeit keine guten Renditen mit dem Sparkapital ihrer Kunden erzielen, ist es überlegenswert, die beiden, in der Lebensversicherung verbundenen, Verträge aufzusplitten. Als Alternative bietet es sich an, einen separaten Sparvertrag (ETF, Fonds, direkte Aktienanlage usw.) plus eine Risikolebensversicherung abzuschließen. Die Risikolebensversicherung kostet, ohne den Sparanteil in der Lebensversicherung, deutlich weniger an Versicherungsprämie. Sollte es einmal nicht so gut um die Finanzen bestellt sein, wer kann schon wissen, was in den nächsten 20 oder 30 Jahren passiert, besteht bei diesen Verträgen nicht das Problem, diese stilllegen oder kündigen zu müssen, was regelmäßig zu erheblichen Verlusten führt. Zudem kann der Vertrag zeitlich enger befristet werden. Ist z. B. der Hauskredit zurückgezahlt, kann auf die Versicherung unter Umständen vorzeitig verzichtet werden.

Ergänzung zur Alternative: Pflegezusatzversicherung

Aufgrund der stark gestiegenen Lebenserwartung ist eine Unterstützung durch eine ambulante oder stationäre Pflege oftmals nötig. Die Rentenzahlung reicht in aller Regel nicht aus, um die stationäre Unterbringung in einem Pflegeheim daraus komplett bezahlen zu können. Die Deckungslücke muss dann durch den Verbrauch des Vermögens finanziert werden. Ist kein Vermögen vorhanden, gleicht das Sozialamt den Fehlbetrag aus, holt sich die verauslagten Gelder jedoch nach Möglichkeit von den Kindern des Pflegebedürftigen zurück.

Die Pflegebedürftigkeit ist mitunter für einen langen Zeitraum gegeben. Je nach Größe der Differenz zwischen der Rente und den gesamten Aufwendungen für die Pflege kommt also ein erheblicher Betrag zusammen, der das angesparte Vermögen mindert. Soll der Vermögensverzehr und die mögliche Inanspruchnahme der Kinder vermieden werden, kann die Pflegezusatzversicherung als Anker nutzen. Das Banner auf der linken Seite des Beitrages führt zum Konditionsvergleich der Pflegezusatzversicherungen.  

Riester- und Rürup Rente mit staatlicher Förderung!

Weitere Alternativen und Kombinationsmöglichkeiten zu den vorgenannten Verträgen stellen zwei staatlich geförderte Renten-Verträge dar. Es handelt sich dabei um die Riester- und um die Rürup-Rente. Der Abschluss der Riester-Rente ist mit Zulagen und steuerlichen Vorteilen verbunden. Durch die Rürup-Rente werden während der Erwerbszeit steuerliche Vorteile erzielt, da die Beiträge als Sonderausgaben geltend gemacht werden können. Mit Beginn der Rentenzahlung fallen Steuern an, die aufgrund der geringeren Steuerlast niedriger sind, als die vorherige Steuerentlastung. Bei den Verträgen lohnt sich ein Blick auf die Kosten. Diese fallen teilweise recht hoch aus. Anbieter mit hohen Kosten vertrauen wohl darauf, dass der Kunde bei staatlich geförderten Produkten nicht so genau hinschaut. Der gleichzeitige Abschluss einer Riester- und einer Rürup-Rente ist möglich. Die Bestimmungen der Rürup-Rente entsprechen weitestgehend den Bedingungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Inwieweit die Beiträge zur Rürup-Rente steuerlich in Abzug gebracht werden können, hängt von der Höhe der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung ab. Sofern in die gesetzliche Rentenversicherung der Höchstbetrag eingezahlt wird, können noch rund EUR 9.050 in die Basisrente eingezahlt werden. Davon werden jedoch nur rund 85 % steuermindernd wirksam, während 100 % der späteren Rente zu versteuern sind. Die beiden Tarifrechnern bringen Licht in den Dschungel.