A la baisse 

Erwartung: Fallende Kurse (Wertpapier, Währung, Index, Gold und andere)

Ziel: Absicherung vorhandener Vermögenswerte oder Erzielung eines Gewinns

Möglichkeiten:

  • Verkauf CFD Contracts for Difference
  • Leerverkauf
  • Verkauf Future
  • Kauf Put Option

CFD Contract for Difference

Beim Handel von CFD´s, der von vielen Brokern in Deutschland angeboten wird, hinterlegt der Anleger eine Margin (Sicherheitsleistung) die dann gehebelt zum Kauf oder Verkauf von CFD´s genutzt werden kann. Der Hebel für Privatkunden beträgt 1 zu 30 seit dem 01.08.2018 laut einer Bestimmung der Esma. Eine Nachschusspflicht für Privatanleger besteht nicht. Früher waren viel höhere Hebel üblich, die jedoch zu teilweise existenzbedrohenden Verlusten führten, da neben dem Kapitalverlust eine Nachschusspflicht bestand. Für professionelle Händler, die ein Kapital von EUR 500.000 und umfängliche Handelserfahrung nachweisen müssen, beträgt der Hebel 1 zu 500. Eine Nachschusspflicht besteht zudem. Das Verlustpotenzial ist durch die Hebelbeschränkung für den Privatanleger geschrumpft. Die Gewinnmöglichkeiten sind ebenso deutlich kleiner geworden, jedoch immer noch interessant, weil es vor allem auch möglich ist, auf Kursrücksetzer zu setzen. Ein Handel, z. B. als Day-Trader, ist nur möglich, wenn beide Marktrichtungen gehandelt werden können. Mit CFD´s kann ein Anleger sein Aktiendepot auch hedgen. 

Leerverkauf

Der Leerverkauf von Aktien kann als reiner oder gedeckter Leerverkauf erfolgen. Beim gedeckten Leerverkauf auf Termin werden die Aktien gegen eine kleine Leihgebühr ausgeliehen und zum aktuellen Kurs verkauft. Beim ungedeckten Leerverkauf müssen die Aktien zum Liefertermin angeschafft werden. Ziel des Leerverkaufs ist es, die Aktien zum Liefertermin günstiger beschaffen zu können, weil bis dahin ein Kursrückgang erwartet wird. Für den Käufer der leer verkauften Aktien stellt die Transaktion einen Kauf zu einem späteren Termin zum jetzigen Kursniveau dar. Der Käufer möchte sich also das jetzige Kursniveau sicher. Es kann sich bei dem Käufer zum Beispiel um einen Investmentfonds handeln, der zu einer festgelegten Quote in der Aktie investiert sein muss. Für den Privatanleger kommt der Leerverkauf eher nicht in Betracht. Ausgeschlossen von diesem Markt ist der Privatanleger jedoch nicht. Auch ist es dem Privatanleger möglich, seine im Depot befindlichen Aktien für die oben beschriebene Leihe zur Verfügung zu stellen. Als Vergütung erhält der Depot-Inhaber eine Leihgebühr als Vergütung. Die mögliche Leihgebühr sollte mit der Stillhalte-Prämie (siehe Abschnitt A la hausse) beim Verkauf eines Calls verglichen werden. Das Stillhalte-Geschäft ist eine weitere Möglichkeit Geld mit einem Aktiendepot zu verdienen. 

Futures

Beim Verkauf eines Futures verhält es sich wie mit dem CFD. Faktisch handelt es sich um eine Wette. Der Verlust einer Seite ist der Gewinn des Gegenparts. Am Verfalltag ist der Future von beiden Seiten zu erfüllen. Beide Seiten, also Käufer und Verkäufer, können bis zu Verfall wechseln.

Optionen

Im Gegensatz zum Future liegt es am Käufer, ob die Option vom Still-Halter erfüllt werden muss. Befindet sich der Ausübungspreis außerhalb des Geldes, wird der Inhaber der Option am Verfalltag auf deren Erfüllung verzichten. Er verliert dann die gezahlte Put-Prämie, die gleichzeitig seinen maximalen Verlust darstellt. Die Erzielung eines Gewinns mit der Put-Option ist während der Options-Laufzeit möglich, wenn der Kurs der Option steigt, weil der Basiswert fällt. Ferner ist mit der Option ein Gewinn zum Ende der Laufzeit möglich, wenn sich die Option „im Geld“ befindet. Alternativ ist der Verkauf eines Call denkbar. Die Zielstellung beim Verkauf eines Call ist der günstigere Rückkauf desselben, weil sich der Wert durch einen Kursrückgang des Basiswertes ermäßigt und/oder der Wert der Option durch den Zeitablauf geschmälert wird. Zwischen folgenden Optionen wird unterschieden: Im Geld, am Geld, außerhalb des Geldes. Aufgrund des begrenzten Risikos ist der Kauf von Put-Optionen auch für den Privatanleger geeignet. Es ist jedoch erforderlich den Wert der Option mit einer speziellen Software zu berechnen. Ohne den Einsatz eines Options-Rechners ist der Kauf von Optionen nicht sinnvoll.

A la hausse

Der Privatanleger kann, wie der Profi nahezu alle Anlageinstrumente erwerben. Über den möglichen Hebel-Effekt sind die Gewinnmöglichkeiten bei Derivaten höher als beim Erwerb von Wertpapieren, die vor allem dem mittel- und langfristigen Vermögensaufbau dienen. Auch schwächere Marktphasen können mit Wertpapieren überstanden werden. Bei Derivaten führen auch kleine Marktschwankungen zu realisierten Verlusten, weil das hohe Verlustrisiko relativ enge Stopp-Kurse erfordert. So kommt es häufig vor, dass ein Derivate-Händler Verluste realisieren muss, obwohl sich der Markt, mit Schwankungen, in die von ihm erwartete Richtung bewegt.

Bei langfristigen Aktien-Anlagen lohnt sich ein Blick auf die Dividendenpolitik des Unternehmens, an dem man sich beteiligen möchte. Es gibt zahlreiche Aktiengesellschaften, die beständig Dividenden ausschütten. Die Aktienkurse dieser Unternehmen entwickeln sich unter Umständen nur bedächtig aber stetig. Das Resultat aus Dividenden und kleineren Kursgewinnen kann in einer ansehnlichen und vor allem beständigen Rendite bestehen. Bei dafür geeigneten Aktien kann die Rendite durch den Verkauf von Call-Optionen weiter gesteigert werden. Der Besitzer von Aktien wird dabei zum Still-Halter in Aktien. Er erklärt sich durch den Verkauf der Optionen bereit, die Aktien zu einem bestimmten Preis und Termin zu verkaufen. Ist der Kurs der Aktien am Verfalltag geringer als der vereinbarte Abgabepreis, wird der Käufer der Option diese nicht ausüben. Der Eigentümer der Aktien kann jetzt weitere Optionen veräußern und weitere Einnahmen generieren.