Sowohl die technische wie die fundamentale Analyse sind Verfahren, die dazu dienen, die künftige Entwicklung von einzelner Werten bis hin zu gesamten Märkten abschätzen zu können.

Fundamentale Analyse

Fundamentale Analysen erfordern unbedingt den Zugang zu Umfassenden und exakten Daten. Ist ein großer PKW-Hersteller Gegenstand einer solchen Analyse, sind Daten über die Entwicklung der gesamten Weltwirtschaft, der Rohstoffpreise und der politischen Situation in wichtigen Abnehmerländern, um nur einige zu nennen, zu erfassen zu bewerten. Die fundamentale Analyse eines Global-Players ist daher ein fortlaufendes Projekt, an dem Fachleute verschiedener Disziplinen arbeiten. Für einen Anleger, der Aktien eines solchen Herstellers erwerben möchte, ist die fundamentale Analyse des Unternehmens nicht zu stemmen. Ein Rückgriff auf Publikationen im Internet und der Presse ist keine perfekte aber akzeptable Alternative.

Technische Analyse

Bei der technischen Analyse wird der vergangene Kursverlauf in grafischer Weise dargestellt, um Muster, Widerstände und Unterstützungszonen ausmachen zu können. Anhand der Erfahrungen aus der Vergangenheit will man mit dieser Methode einen künftigen Kursverlauf skizzieren. Hierzu gibt es zahlreiche verschiedene Verfahren und Indikatoren. Unter der Voraussetzung, dass keine Trefferquote von 100 % erwartet wird, besteht der Vorteil bei der technischen Analyse für den Privatanleger im Verhältnis zum Profi-Trader in der nahezu gegebenen Waffengleichheit. Für Privatanleger gibt es zahlreiche erschwingliche Software-Lösungen für die technische Analyse. Banken, Broker und Onlinedienste bieten ferner kostenlose Systeme an, die denen der Profis entsprechen und meist die Entwicklung eigener Handels-Signale erlauben. Auch ein Gegner der technischen Analyse dürfte anerkennen, dass es zumindest einige technische Signale gibt, die auch ein eingeschworener „Fundamentalist“ beachten sollte. Als Beispiel sollen hier das Golden Cross und das Death Cross genannt werden. Es handelt sich um den Schnittpunkt der Tagesdurchschnittslinie der letzten 50 Tage mit der Tagesdurchschnittslinie der letzten 200 Tage. Wer eine mittel- bis langfristige Anlagestrategie verfolgen möchte, kann vorgenannte Marken zum Ein- und Ausstieg nutzen. Dem Anlage-Profi stehen hierzu auch nur die gleichen Analysemittel zur Verfügung. Privatanlegern stehen heute kostengünstig oder gar kostenfrei Softwareprogramme zur Verfügung, die sich hinter den Profi-Programmen nicht verstecken müssen. Für den Privatanleger, der auf die technische Marktanalyse setzt, besteht deshalb nahezu "Waffengleichheit" im Verhältnis zum professionellen Anleger. Im fundamentalen Bereich sieht das ganz anders aus, zumal der Profi nicht als einzelne Person gesehen werden kann. Vielmehr arbeiten hier zahlreiche Analysten an Einzelthemen wie Länder- und Währungsrisiken. Für die Analyse von Unternehmen gibt es Mitarbeiter, denen die Bilanzen und die Geschäftsaussichten direkt von den Unternehmen, nicht selten direkt vom Vorstand, erläutert werden. Die Zusammenfassung dieser Analysen ist die Unterlage, mit der ein professioneller Händler gegen einen Privatanleger antritt. 

Technische Analyse versus fundamentale Analyse

Natürlich ist es für einen Anleger unabdingbar, sich mit dem Thema Wirtschaft allgemein zu beschäftigen. Dem Privatanleger stehen für umfassende fundamentale Analysen keine ausreichenden Ressourcen zur Verfügung und der Zugang zu erforderlichen Informationen fehlt oft. Daher scheidet die fundamentale Analyse für viele Privatanleger aus. Auch wer der technischen Analyse kein Vertrauen schenken mag, sollte diese nicht ganz aus seinen Überlegungen verbannen. Für jedes Investment sollte bereits beim Einstieg überlegt werden, was passieren soll, wenn sich der Wert nicht wie geplant entwickelt. Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkte können mit der technischen Analyse festgelegt werden. Hierzu soll auf die bereits erwähnten Golden Cross und Death Cross Signale hingewiesen werden, die einen unaufgeregten Handel ermöglichen. Meist genügt es, einmal in der Woche ins Depot zu blicken. Werden für die Depotwerte und die in Beobachtung befindliche Werte Charts angelegt, ist die Depot-Pflege schnell erledigt.

Die technische Analyse hat für den Privatanleger den Charme: Sie ist zeitlich machbar und es stehen hochwertige Softwareprogramme zur Verfügung. Ferner liefert die technische Analyse die Möglichkeit, Werte mit eindeutigen Kauf- oder Verkaufs-Signalen auffinden zu können. Die fundamentale Analyse liefert selten eindeutige Signale. Tut sie es doch, sind also alle Ampeln auf Grün geschaltet, wird sich diese günstige Situation auch aus einem Chart ablesen lassen. Andernfalls gibt es grüne Ampeln für ein Papier, das sich an der Börse gar nicht gut schlägt. Vor solchen Werten kann nur gewarnt werden. Analyse hin oder her.