Kaum vorhersagbare Kurssprünge in wechselnde Richtungen haben vor allem am 18. und 19.06.19 den Dax und den Dow Jones bewegt. Es stellt sich die Frage wohin die Kurse sich in den USA und der deutschen Folger-Börse bewegen können. Am nicht deutschlandweiten morgigen Feiertag sind die Börsen in Deutschland geöffnet. Es könnte an diesem Feiertag zu einem lustlosen Handel kommen, da der Freitag weitere Unsicherheit birgt. Der Freitag ist nämlich ein großer Verfallstermin für Derivate an der Terminbörse. Umkämpft sein dürften an diesem Tag die Marken mit vollen hundert und 50 Punkten. Sollte die Marke von 12.000 bis dahin gehalten werden, könnte sich in diesem Bereich ein heftiger Kampf zwischen Bullen und Bären abspielen.

Ob die Ankündigungen der Notenbankchefs tatsächlich derart kursbewegend waren, sei dahingestellt. Das Kursniveau in den USA ist bereits nahe am absoluten Top. Der akute Konflikt mit dem Iran und die Handelsstreitigkeiten mit wichtigen Industrieländern geben Anlass zur Sorge. Deutschland und Europa sind von diesen Problemen ebenfalls betroffen und müssen zudem den Zorn des amerikanischen Präsidenten fürchten, da er die gestrigen Aussagen von Herrn Draghi als Affront empfindet, nehmen sie doch Zinssenkungen in den USA ihre Wirkung.

Bei den vielen Einzelprobleme (eigenwilliger Präsident, Handelskonflikte, Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran, schwebender Brexit sowie Stimmenschwund bei den deutschen Volksparteien) geht der Blick für eine Sache verloren: Aktienkurse, die von einer Liquiditätsschwemme befeuert werden und nicht durch die Gewinne der Firmen, stehen auf wackligen Füßen.