Wie entsteht eigentlich die Crypto-Währung Bitcoin?

Im dem Video (rechts) ist das Prinzip der Bitcoin-Schürfung beschrieben. Dabei wird die Thematik etwas vereinfacht. Wer sich zunächst einmal einen Überblick über das Thema verschaffen möchte, kann sich direkt das Video ansehen. Wer es etwas genauer wissen will, findet unter dem Video einige Anmerkungen.

In dem Video wird von einer Bitcoin-Technik gesprochen. Tatsächlich handelt es sich bei der Technik um die sogenannte Block-Chain-Technologie, ohne die Crypto-Währungen wie der Bitcoin nicht herstellen werden können. Die Block-Chain-Technologie kann ihrerseits auf Crypto-Währungen verzichten. Die Technologie kann in ganz anderen Bereichen Verwendung finden. Sie könnte zum Beispiel einmal die Grundbücher in den Grundbuchämtern ersetzen. Viele weitere Einsatzbereiche, bei denen es um eine langfristig verlässliche Dokumentation von Werten und Ansprüchen geht, sind denkbar.

Was also ist die Block-Chain-Technologie? Der Buchungsverkehr zwischen einer Bank und einem Kunden wird auf dem Computer der Bank abgewickelt. Es gibt somit nur einen Computer, der Gutschriften und Belastungen verbucht. Was passiert bei einem Angriff auf den Computer durch Hacker? Wie kann ein Bankkunde sein Guthaben zweifelsfrei nachweisen? Die Block-Chain-Technologie ermöglicht dem Eigentümer von Crypto-Währungsguthaben selbst den Nachweis über sein Guthaben führen zu können. Hierzu werden alle Transaktionen auf vielen Computern in der ganzen Welt gespeichert, die alle die gleichen Informationen speichern, voneinander jedoch unabhängig laufen. Es ist für einen Hacker unmöglich alle Computer aufzuspüren und zu knacken, zumal das Crypto-Geld selbst aus einem unglaublich langen Code besteht.

Wie wird nun die Crypto-Währung Bitcoin geschürft? Die Geldtransfers innerhalb von 10 Minuten werden zu einem Block zusammengefasst. Es handelt sich dabei um etwa 4.200 Transaktionen. Mit einer frei zugänglichen Software wird dann ein Code-Schlüssel für diesen Block errechnet. Daran beteiligen sich eine unbekannte Anzahl von Schürfern, die untereinander in einen Wettbewerb eintreten. Der Schürfer der zuerst einen fehlerfreien Schlüssel errechnet hat, wird dafür mit Bitcoins entlohnt, die neu in Umlauf gebracht werden. Deshalb wird der Vorgang als schürfen bezeichnet. Derzeit soll die Vergütung 9 Bitcoins für die erfolgreiche Ermittlung eines Zahlencodes für einen Block (also die Zusammenfassung von 4.200 Transaktionen in 10 Minuten) betragen. Zudem wird eine Vergütung, in unbekannter Höhe, für die fortlaufende Speicherung aller Bitcoin-Guthaben und Transaktionen gezahlt. Der Schürfer verdient also am Schürfen und an der Verwaltung der von ihm verschlüsselten Blocks. Die Vergütung verändert sich nach einem nicht öffentlichen Plan, der vorsieht, dass die Vergütung für das Schürfen nach und nach gegen null tendiert und dafür die reine Verwaltung besser vergütet wird. Da es ab einem bestimmten Punkt keine weiteren Bitcoins geben soll bzw. geben kann, ist die Anpassung des Vergütungsschlüssels eine logische Folge. Es kann sich jede Person am Schürfen der Bitcoins beteiligen. Dazu muss einfach die erwähnte Software heruntergeladen werden. Die erforderliche Rechnerkapazität ist allerdings enorm hoch. Nur Hochleistungsrechner bringen die technische Voraussetzung mit, zumindest hin und wieder der Erste zu sein, der einen Code ermittelt hat und die Vergütung erhält. Solche Hochleistungsrechner füllen ganze Hallen und benötigen einigen Strom. Wirtschaftlich ist das Schürfen von Bitcoins in Deutschland nicht mehr möglich, da der Strompreis durch enorme Steuern und Umlagen sehr hoch ist. Konkurrenzfähige Strom-Konditionen sind in Island zu finden, da der Strom durch die besonderen Naturgewalten nahezu kostenfrei gewonnen und nicht durch Steuern plus Umlagen zum Luxusgut aufgepeppt wird. Es gibt bereits einige "Bitcoin-Schürfer", die in Island große Rechenanlagen aufgebaut haben. 

Wie viel ist ein Bitcoin wert und wird sein Wert weiter steigen?

Auch wenn niemand den wahren Bitcoin-Wert kennt und die weitere Kursentwicklung vorhersehen kann, stellt seine bloße Existenz eine Zäsur für die Menschheit dar, denn gerade die jüngeren technikaffinen Generationen, sehen in anonymen Geldsystemen, mit weltweiter Funktionalität, eine politische Befreiung. Der Bürger eines Landes mit einem diktatorischen Regime kann sein Vermögen in Crypto-Währungen anlegen. Sollte es nötig sein, das Heimatland zu verlassen, lagert sein Geld in Form von Codes auf Computern, die auf der ganzen Welt verstreut sind. Es gibt nicht wenige Marktbeobachter, die den jüngsten Anstieg der Bitcoin-Währung von Euro 4.000 auf über Euro 11.000 auf die Nachfrage von Menschen zurückführen, die sich sorgen, ihr Heimatland verlassen zu müssen.