Donchian Channel13.06.2020 | Kapital-Kredit | Der Donchian Channel hat seine Stärken im Trend- und im Range-Handel. Es gibt nicht viele Indikatoren, die in beiden Marktphasen funktionieren. Erfahren Sie hier, wie Sie von diesem Indikator profitieren können.

Der Donchian Channel erinnert optisch an die Bollinger Bänder. Er funktioniert jedoch statischer. Die Standard-Einstellung beträgt 20 Perioden. Das obere Band bildet die höchsten Kurse und das untere Band die niedrigsten Kurse der Periode ab. Dadurch wird unmittelbar deutlich, ob neue Hochs oder Tiefs erreicht werden und von einem Trendmarkt gesprochen werden kann. Andernfalls zeigt der Indikator gleichmäßig zur Seite verlaufende Linien, also einen Kursverlauf in einer Range, an.

Als Mittellinie fungiert kein Moving Avarage, wie dies bei den Bollinger Bändern der Fall ist. Vielmehr wird die Mittellinie von dem Mittelkurs aus Hoch und Tief einer Periode gebildet. Diese Mittellinie entspricht damit den Linien Tenkan- oder Kijun-Sen des Ichimoku-Indikators, sofern die Standard-Einstellung von 9 bzw. 26 Perioden auf 20 Perioden eingestellt wird. Die Einstellung des Donchian Channels auf die Ichimoku-Werte ist ebenso möglich.

Wie der Donchian Channel beim Trading eingesetzt werden kann, zeigt Rayner Teo in dem weiter unten zu sehenden Video. Besonders prägnant wird in dem Video das Trading in Verbindung mit dem ATR-Indikator gezeigt. Mit dem ATR-Indikator wird festgestellt, ob die Intensität der Kursschwankung zu- oder abnimmt. Dabei ist eigentlich nur wichtig, ob der Wert steigt und damit die Volatilität zunimmt. Ein ansteigen des ATR ist bei Kursveränderungen in beide Richtungen zu verzeichnen. Die richtige Handelsrichtung muss dem Chart-Bild mit dem Donchian Channel entnommen werden.

Der Donchian Channel ist ein sehr gutes Instrument im Trendmarkt. Hier liefern auch zahlreiche andere Indikatoren gute Ergebnisse. In einem seitwärts verlaufenden trendlosen Geschehen pendelt der Kursverlauf zwischen dem oberen und unteren Kanalband. Dadurch ist es möglich, auch im trendlosen Markt erfolgreich engagiert zu sein und frühzeitig (zum Beispiel, wenn der ATR ansteigt) in einem neuen Trend dabei zu sein. Merke: Jedem Trend geht eine trendlose Phase voraus.

Das Chartbild zeigt den Dow Jones mit der Periodeneinstellung D1. Die obere Kanallinie (grün) markiert den Höchstkurs der letzten 20 Tage. Die untere Kanallinie (rot) verläuft entlang der Tiefstkurse der Periode, während die mittlere Linie (blau) den Mittelkurs zwischen dem Hoch und dem Tief einer Periodenkerze zeigt. Deutlich zu erkennen ist die Veränderung des Chartbildes aufgrund der Corona-Pandemie. Ferner sind die Phasen ohne neue Hochs und Tiefs zu erkennen, die, durch längere gerade Linien, plastisch wirken. Die mittlere Linie, die wie Tenkan- und Kijun-Sen (Ichimoku Kinko Hyo) gebildet wird, eignet sich gut als Stopp-Loss-Marke.