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ETF Chancen und Risiken: Eine Kapitalanlageform ist in aller Munde, handelt es sich doch um eine Anlage, die auf verschiedenste Wünsche und -ziele zugeschnitten werden kann. Die günstige Kostenstruktur und die jederzeitige Verfügbarkeit des Anlagekapitals überzeugen zudem. In diesem Beitrag werden viele Fragen zum ETF als boomende Kapitalanlageform beantwortet, vor allem natürlich, welche Chancen das Anlageprodukt bietet und welche Risiken zu beachten sind.

Was ist ein ETF und wie funktioniert er?

Beim ETF handelt es sich um einen Exchange Traded Fund also einen Fonds, der an einer Börse gehandelt wird. Der börsentägliche Handel des ETF ist von besonderer Wichtigkeit für das Anlageinstrument, da fortlaufend über Teile oder das gesamte Anlagekapital verfügt werden kann. Der Anleger kann somit immer schnell über sein Kapital verfügen oder Umschichtungen vornehmen, um das Anlageportfolio den laufenden Marktveränderungen optimal anzupassen.

Am 11.04.2000 wurden erstmals ETFs an der Börse in Frankfurt gehandelt. Dieser Handelsbeginn markiert gleichzeitig den Beginn des ETF-Handels in Europa. Ideengeber für die Anlageform war John Clifton Bogle, der die Anlageform mit folgendem Slogan etablierte: “Kaufen Sie nicht die Nadel, kaufen Sie den Heuhaufen”. Als ETF-Prototyp für das passive Investieren diente Bogle im Jahr 1976 ein Fonds, der den S & P 500 nachbildete. Ein ETF ist demzufolge ein Fonds, der ein anderes Finanzkonstrukt möglichst 1 : 1 nachbildet. Der Fonds sammelt Gelder von Anlegern ein und bildet damit den S & P 500 oder einen anderen Anlageschwerpunkt ab.

Für die Nachbildung eines Indexes benötigt das Management des ETF Fonds nur wenige Mitarbeiter und keine teuren Kapitalmarkt-Experten. Verwaltungskosten fallen daher in deutlich geringer Höhe als bei einem herkömmlichen Fonds an. ETF-Anleger entscheiden also zunächst, in welche “Nachbildung” investiert werden soll, um dann den geeigneten ETF-Anbieter auszuwählen. Die Auswahlmöglichkeiten sind enorm. Derzeit werben weltweit mehr als 7.000 börsengehandelte ETFs um die Gunst der Anleger.

Welche Chancen bietet der ETF?

Ein Aktienindex verkörpert die Entwicklung der in ihm enthaltenen Aktienwerte. In Deutschland sind im Premiumsegment Dax (Deutscher Aktienindex) 30 Werte vertreten, die je nach der Höhe ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind und gemeinsam zu den Kursschwankungen des Dax beitragen. 

Wer die Dax-Entwicklung innerhalb seines Depots exakt nachbilden will, kauft alle Aktien entsprechend ihrer Gewichtung. Da Bruchteile an Aktien nicht gekauft werden können, ist eine größere Investitionssumme erforderlich um ein möglichst exaktes Abbild zu erreichen. Durch die Verteilung des Anlagekapitals auf 30 Einzelwerte wird das Anlagerisiko verteilt. Damit einher geht die Möglichkeit verloren, das Kapital auf einen oder wenige Überflieger zu setzen und die Performance des Dax zu übertreffen. Als ein möglicher Überflieger galt die Aktie des Zahlungsdienstleister Wirecard, die jedoch vom Überflieger zum Insolvenzfall mutierte. Während ein Anleger mit Wirecard sein gesamtes Kapital verloren hätte, steht der Dax nur wenige Zähler unter seinem historischen Höchststand. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig eine Risikoaufsplittung sein kann. 

Mit einer ETF-Anlage, die den Dax abbildet, kann diese Risikostreuung unkompliziert erreicht werden. Dies gilt auch für kleinere Anlagesummen und sogar für eine Sparplan-Anlage. Jeder eingezahlte Euro wird sich analog der Veränderungen des Dax entwickeln. Soll über das investierte Kapital verfügt werden, können die ETF-Anteile wie Aktien jederzeit über die Börse verkauft werden. ETFs bieten folglich die Chance an der Entwicklung eines Index teilhaben zu können, ohne sich um das Management der Anlage kümmern zu müssen. 

Die Familie der Dax-Mitglieder soll künftig von 30 auf 40 Titel erweitert werden. Damit würde sich die Risikostreuung weiter verbessern. Zusätzlich sollen die Aufnahmekriterien für den Dax geschärft werden. Der als Ersatz für Wirecard in den Dax aufgerückte Wert, Delivery Hero, hat noch nie einen Gewinn erzielt, was zu heftiger Kritik an der Aufnahmepraxis führte. Künftig sollen Werte vor Aufnahme in den Dax über eine befriedigende Gewinnhistorie verfügen. ETFs auf den Dax dürften somit weiter an Popularität gewinnen. 

Welche Risiken birgt ein ETF?

  • Kursrückgang des abgebildeten Index: Wer heute in einen ETF investiert, der den Dax abbildet, wird Geld verlieren, wenn der Dax kontinuierlich fällt. Das Management des ETF wird nicht gegensteuern, da es dafür gerade steht, den gewählten Index abzubilden. Das bedeutet auch, dass das ETF-Management in Titel investiert, nur weil sie im Index enthalten sind. Es verbleibt dem Anleger die Bürde selbst über den Ausstieg aus dem gewählten ETF entscheiden zu müssen.    
  • Wechselkursrisiko: Zusätzliche Wechselkursrisiken entstehen, wenn ein Anlageprodukt in einer Fremdwährung gewählt wird. 
  • Liquiditätsrisiko: Besondere Risiken sind bei ETFs zu beachten, die schwer zugängliche Anlageklassen wie Gold, Immobilien und Kryptowährungen abbilden, weil eine notfalls erforderliche Liquidierung der Vermögenswerte am Markt lange Zeit beanspruchen könnte. 
  • Blasenbildung: ETFs investieren bevorzugt in die größten Titel. Bei Anleihe-Indizes werden  Länder oder Unternehmen mit den höchsten Schulden am höchsten gewichtet, sodass dorthin immer mehr Geld fließt. Die gilt auch für den MSCI World, der die größten Aktien-Indizes der Welt abbildet. Mit 60 % fließt der größte Teil des Kapitals in US-Aktien während nur 5 % in europäische Aktien angelegt werden. Auf Dauer wird das ohnehin bestehende Ungleichgewicht fortlaufend vergrößert. 
  • Hebel-ETFs: Bieten beträchtlich höhere Gewinnchancen und damit verbunden, beträchtliche Verlustrisiken. Zudem erfordert der Handel mit einem Hebel ein fortlaufend aktives Management. Es entstehen dadurch höhere Kosten, die auch anfallen, wenn sich das Investment negativ entwickelt.
  • Wertpapierverleih: Spekulanten, die durch den Leerverkauf von Wertpapieren, Geld verdienen möchten, müssen sich die Wertpapiere gegen eine Gebühr ausleihen. Fondsgesellschaften die zur Indexnachbildung tatsächlich die Wertpapiere halten (diese also nicht mit Derivaten nachbilden) behalten sich meist das Recht vor, Spekulanten die benötigten Papiere zu verleihen und die Gebühr zu vereinnahmen, die dann, zumindest teilweise, an die Anleger ausgeschüttet wird, also zu höheren Einnahmen führt. Kommt jedoch ein Spekulant in finanzielle Schwierigkeiten, kann es mit der Rückgabe der Wertpapiere Probleme geben, die auf die ETF-Anleger zurückfallen können.
  • Swap-Risiko: Bei einem synthetischen ETF, der keine physischen Wertpapiere erwirbt, erfolgt die Indexnachbildung durch ein Tauschgeschäft mit einer Bank. Eine Insolvenz der Bank führt zum Verlust des Anlegergeldes, wobei der Swap maximal 10 % des gesamten ETF-Vermögens betragen darf und nicht den Zusammenbruch der gesamten ETF-Anlage verursachen dürfte. 
Wie finde ich den idealen ETF?

Die aufgeführten Risiken dürften ausreichen, die ETF-Anlage zu verdammen. Das wäre ein Fehler, da die Risiken vor allem mit speziellen ETFs verbunden sind. Um den idealen ETF ausfindig machen zu können, sollte der Ursprung der Anlage in den Fokus rücken. Ziel war es, eine rentable Anlagemöglichkeit mit guter Risikostreuung zu günstigen Verwaltungskosten anbieten zu können, die eine kurzfristige Verfügung über das Kapital ermöglicht.

Wer sich die Entwicklung verschiedenster Aktienindizes seit den letzten 100 Jahren ansieht, wird feststellen, dass hier ein stetiger Anstieg erfolgte, der auch alle Crashs dieser langen Historie mehr als kompensierte. Natürlich gab es schwere Zeiten und einige Firmenzusammenbrüche. Wer sein Risiko jedoch analog eines großen Indizes wie dem S & P 500 investierte, hat über längere Sicht immer gewonnen. Das war wohl auch der Grund für Jack Bogel den wichtigsten Index der Welt (S & P 500) als Anlagehintergrund für seinen ersten Fund zu wählen. 

Daraus ergeben sich folgende Auswahlkriterien für den idealen ETF!

  • Kapital-Stärke: Bei einem geringen Anlagevolumen ist der Fonds für das Management eventuell nicht rentabel. Das könnte zur Folge haben, dass der ETF aufgelöst wird. Stehen mehrere Fonds zur Auswahl, sollte die Wahl daher auf ein Schwergewicht hinsichtlich des Fondsvolumens fallen.
  • Kosten: Die Verwaltungsgebühr soll in möglichst geringer Höhe bemessen sein!
  • Erfahrungswerte: Ein ETF, der bereits seit Jahren besteht und gute Ergebnisse erzielte, sollte einem gerade erst aufgelegten Produkt vorgezogen werden.
  • Zusatzrisiken in die Anlageentscheidung einbeziehen: ETFs in Verbindung mit den Merkmalen Hebel, Kryptowährungen, Rohstoffe, Edelmetalle, Forex, Immobilien und Swaps beinhalten Risiken, die fortlaufend beobachtet werden müssen. Dazu benötigt der Anleger spezielle Kenntnisse, deren Vorhandensein die Frage aufwirft, ob der Anleger nicht besser direkt, also ohne ETF, investiert.

Fazit: Mit einem ETF ist eine breite Risikostreuung möglich, die durch ein Investment in verschiedene ETFs weiter deutlich gesteigert werden kann. Das Anlage-Konstrukt sollte sich schon einige Zeit am Kapitalmarkt bewährt haben, eine möglichst hohe Anlage-Summe umfassen und Verwaltungskosten sollten in möglichst geringer Höhe anfallen. Über das Anlagekapital kann kurzfristig verfügt werden. Es sind also keine Kündigungsfristen und sonstige Bedingungen zu beachten. Somit stellen ETFs eine interessante Anlageklasse für Anleger dar, die sich nicht fortlaufend um ihre Kapitalanlagen kümmern möchten. 

 

5 Dividenden-ETFs mit kontinuierlicher Ausschüttung

In dem Video werden ETFs vorgestellt, die seit mindestens 5 Jahren beständig Dividenden ausschütten. Dabei wird Wert auf eine günstige Kostenstruktur, ein bekanntes Management und ein hohes Anlagevolumen gelegt. Teilweise sind mit den Investments Währungskursrisiken verbunden, die als zusätzliches Anlagerisiko zu beachten sind.

 

Wasser-ETFs

Wasser ist eine weltweit lebenswichtige Ressource. Es verwundert daher nicht, dass rund um das Thema Wasser eine Reihe von Investment-Angeboten aufgelegt wurden, die in diesem Video verglichen werden.

 

China-ETFs 

Der chinesische Aktienmarkt ist aufgrund des enormen Wirtschaftswachstums des bevölkerungsreichsten Landes der Erde sehr interessant. Da die einzelnen Unternehmen in Europa nicht so bekannt sind, ist ein Investment über einen international agierenden ETF eine gute Beteiligungsmöglichkeit für Privatanleger. In diesem Video werden verschiedene China-ETFs vorgestellt.

 

MSCI-ETFs

MSCI-ETFs investieren Kapital in 1.600 Unternehmen der 23 größten Industrieländer der Welt. Was es dabei zu beachten gibt und einen Vergleich der verschiedenen Angebote ist in diesem Video zu sehen. Hier folgen weitere Informationen zu den Indizes: MSCI (Morgan Stanley Capital International).

 

Wie unterscheiden sich physische und synthetische ETFs?


Damit ein ETF ein bestimmtes Marktsegment abbildet, werden verschiedene Methoden angewendet, die in diesem Video vorgestellt werden. Da diese Methoden Einfluss auf die Sicherheit der Anlage und die Höhe der Verwaltungskosten haben, sollte sich ein Anleger vorab über diese Methoden informieren. 

Welche nachteilige Auswirkungen können von ETFs ausgehen?


Wo viel Licht ist, gibt es Schatten. Dieser besteht bei ETFs unter anderem in der ausbleibenden Recherche. So werden die Anteile eines Marktsegmentes detailgetreu abgebildet, ohne Durchführung einer qualitativen Bewertung. Über die möglichen Schattenseiten der ETFs wird in diesem Video gesprochen. 

Hinweis für Portal-Besucher: Kapital-Kredit ist ein Finanz-Portal mit Beiträgen zu den Themen Kapitalanlagen, Finanzierungen und Versicherungen. Es werden verschiedene Finanzprodukte und Anbieter vorgestellt. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass damit keine Anlageempfehlungen verbunden sind, zumal auch auf spekulative Finanzprodukte eingegangen wird, die nur für erfahrene Insider geeignet sind.

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