Der Jahreswechsel wartet immer mit Änderungen in den Bereichen Steuern und Soziales auf. In einigen Bereichen gibt es deutliche Veränderungen. Daher lohnt ein Blick auf die Regelungen, die sich zum 01.01.2021 ändern.

  • Altersvorsorge: Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Versorgungswerken können mit EUR 25.787 als Sonderausgaben geltend gemacht werden, wovon 92 % steuermindernd abgesetzt werden können. Alleinstehende können somit maximal EUR 23.724 und Ehepaare EUR 47.448 absetzen.
  • Behindertenpauschbetrag: Je nach Behinderungsgrad beträgt der Pauschbetrag zwischen EUR 384 und EUR 2.840. Bisher reichte die Spanne von EUR 310 bis EUR 1.420. Der erhöhte Behindertenpauschbetrag (Merkzeichen H bzw. Pflegegrad 4 oder 5) wird von EUR 3.700 auf EUR 7.400 erhöht.   
  • Grundfreibetrag: Einkommen werden erst ab einer Höhe von EUR 9.744 anstatt EUR 9.408 besteuert.
  • Kinderfreibetrag: Der Freibetrag zur Sicherung des Existenzminimums eines Kindes steigt um EUR 576 auf EUR 8.388 pro Kind für beide Elternteile.
  • Kindergeld: Es steigt um EUR 15 pro Kind und beträgt künftig je EUR 219 für das erste und zweite Kind, EUR 225 für das dritte und EUR 250 ab dem vierten Kind.
  • Krankenversicherung: Die Beitragsbemessungsgrenze steigt auf EUR 58.050 und die Versicherungspflichtgrenze auf EUR 64.350.
  • Pendlerpauschale: Die steuerlich absetzbare Pauschale beträgt EUR 0,30 pro Entfernungskilometer. Für über 20 km hinausgehende Entfernungen wird die Pauschale auf EUR 0,35 erhöht. Geringverdiener, die steuerlich nicht von der Entfernungspauschale profitieren, haben Anrecht auf eine zu beantragende Mobilitätsprämie.
  • Pflegepauschbetrag: Für die entgeltlose Pflege von pflegebedürftigen Angehörigen der Pflegestufen 4 und 5 kann ein Pflegepauschbetrag geltend gemacht werden, der von EUR 924 auf EUR 1.800 erhöht wird. Neu eingeführt werden die Pflegepauschbeträge für die Pflegestufe 2 mit EUR 600 und die Stufe 3 mit EUR 1.100.
  • Solidaritätszuschlag: Für die meisten Steuerzahler entfällt der Steuerzuschlag, der für die Bewältigung der Kosten im Rahmen der Wiedervereinigung erhoben wird.
  • Steuerfreibetrag für Alleinerziehende: Für Elternteile die ihre Kinder alleine erziehen wird bisher ein Steuerfreibetrag von EUR 1.908 pro Jahr gewährt, der auf EUR 4.008 angehoben wird. Handelt es sich um mehr als ein Kind im Haushalt des Alleinerziehenden, erhöht sich der Freibetrag um EUR 240 pro Kind und Jahr.
  • Unterhaltskosten: Aufwendungen für unterhaltsberechtigte Personen können in 2021 in Höhe von EUR 9.744 zuzüglich Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag steuermindernd abgesetzt werden.
Welche Änderungen bei Löhnen und Renten in 2021 wirksam werden, ist dem folgenden Video von Finanzfluss zu entnehmen.
Reisen und Mobilität sind die Themen des ADAC-Videos, in dem auch auf die Folgen des Brexit eingegangen wird.
Foto/Illustration: Gerd Altmann auf Pixabay Autor: Ralf Schimpf